Selbstkalibrierung: So passt du deinen FYTA Sensor an dein individuelles Substrat an
Dein FYTA Beam misst die Bodenfeuchtigkeit über die Bodenstäbe direkt im Substrat deiner Pflanze. Damit aus diesen Rohdaten aussagekräftige Feuchtigkeitswerte werden, braucht der Sensor eine Kalibrierung – also eine Umrechnungskurve, die festlegt, welcher Messwert welchem tatsächlichen Feuchtigkeitszustand entspricht. Dieser Artikel erklärt dir, was es mit der Substratkalibrierung auf sich hat und wie du sie mit der Selbstkalibrierung ganz individuell auf dein eigenes Substrat abstimmen kannst.
1. Was ist eine Substratkalibrierung?
Standardmäßig wählst du in der FYTA App einen Substrattyp aus einer vordefinierten Liste aus – zum Beispiel Blumenerde, Kokoserde oder Orchideensubstrat. Für jeden dieser Substrattypen ist eine allgemeine Kalibrierungskurve hinterlegt, anhand derer deine Feuchtigkeitswerte berechnet werden.
Inhaltsverzeichnis
2. Warum stößt die allgemeine Kalibrierung manchmal an ihre Grenzen?
Substrate sind Naturprodukte, und reale Blumenerde-Mischungen unterscheiden sich je nach Hersteller, Zusammensetzung, Alter und Zusatzstoffen wie Perlite, Kokosfasern oder Rindenstücken teilweise erheblich – in Dichte, Leitfähigkeit und Wasserspeicherverhalten. Eine allgemeine Kalibrierungskurve bildet dabei immer einen Durchschnittswert für die jeweilige Substratkategorie ab. Das funktioniert für die meisten Standardsubstrate gut, kann aber bei abweichenden Mischungen dazu führen, dass Feuchtigkeitswerte zu hoch, zu niedrig oder zu wenig differenziert wirken – obwohl der Sensor selbst einwandfrei funktioniert.
3. So funktioniert die Selbstkalibrierung: ein Prozess in zwei Schritten
Die Selbstkalibrierung besteht aus zwei Teilen: einem aktiven Schritt, den du selbst durchführst, und einem automatischen Berechnungsschritt, den wir im Hintergrund für dich übernehmen.
Teil 1: Dein aktiver Part
Mit der Selbstkalibrierung kannst du deinen Sensor noch präziser an das individuelle Substrat in deinem eigenen Topf anpassen.
Technisch läuft das so ab: Das Substrat in deinem Topf wird gezielt zur sogenannten Feldkapazität gebracht. Das bedeutet, du wässerst mehrmals, bis das Substrat so weit gesättigt ist, dass es kein zusätzliches Wasser mehr aufnehmen kann. Die App führt dich durch diesen Vorgang Schritt für Schritt. Sobald du den Flow abgeschlossen hast, übernehmen wir.
Teil 2: Was wir im Hintergrund für dich berechnen
In den folgenden 48 Stunden analysiert unser System kontinuierlich deine Messwerte und sucht nach dem höchsten gemessenen Feuchtigkeitspunkt in diesem Zeitraum. Dieser Punkt entspricht der Feldkapazität deines individuellen Substrats und wird dauerhaft als Referenzpunkt gespeichert. Er bildet künftig den oberen Rand des optimalen Feuchtigkeitsbereichs der Pflanze.
Warum warten wir 48 Stunden und nehmen nicht einfach den höchsten Wert direkt nach dem Gießen? Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen braucht das Wasser nach dem Gießen oft eine gewisse Zeit, bis es sich gleichmäßig im gesamten Substrat verteilt hat – der tatsächliche Höchstwert zeigt sich also nicht immer sofort. Zum anderen beeinflussen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen die Feuchtigkeitsmessung, weshalb ein einzelner Messpunkt direkt nach dem Gießen nicht zwingend der zuverlässigste ist.
Hinzu kommt: Es kann vorkommen, dass du innerhalb der 48 Stunden ein weiteres Mal gießt – oder bei Outdoorpflanzen ein Regenschauer das Substrat zusätzlich durchnässt. In diesem Fall könnte ein späterer Messpunkt höher liegen als der erste. Deshalb nehmen wir nicht den ersten hohen Wert, sondern immer den höchsten Messpunkt innerhalb des gesamten 48-Stunden-Fensters als Referenzpunkt. So stellen wir sicher, dass deine Kalibrierung so präzise wie möglich ist.
Deine Kalibrierung ist also erst 48 Stunden nach dem Durchnässen vollständig abgeschlossen. In dieser Zeit musst du nichts weiter tun – das FYTA System arbeitet still im Hintergrund.
4. Für welche Topfsysteme ist die Selbstkalibrierung nicht möglich?
Da das Verfahren auf einem gezielten, mehrmaligen Sättigen des Substrats mit anschließendem, klar definiertem Abtrocknungsverhalten beruht, funktioniert die Selbstkalibrierung nicht in jedem Topfsystem. Aktuell ist sie nicht möglich bei:
- Töpfen ohne Abzugsloch am Boden
- Selbstbewässerungstöpfen mit Wasserreservoir
- Semihydrosystemen mit Blähton in geschlossenen Töpfen ohne Abzugsloch
Der Grund: In all diesen Fällen kann überschüssiges Wasser nicht abfließen, beziehungsweise das System hält dauerhaft eine Wasserreserve bereit. Dadurch lässt sich keine eindeutige Feldkapazität und kein normales Abtrocknungsverhalten feststellen – beides ist aber notwendig, damit die Kalibrierung zuverlässig funktioniert.
5. Welche Vorteile bringt dir die individuelle Kalibrierung?
Eine individuelle Kalibrierung führt zu deutlich präziseren und verlässlicheren Feuchtigkeitsmesswerten, weil die Kalibrierungskurve exakt auf die realen Eigenschaften deines Substrats – Wasserspeicherfähigkeit, Leitfähigkeit, Körnung – abgestimmt ist, statt auf einen Durchschnittswert der jeweiligen Substratkategorie. Besonders relevant ist das für dich, wenn:
- du ein selbst gemischtes oder atypisches Substrat verwendest (z. B. eigene Erde-Perlite-Mischungen)
- du ein sehr grobkörniges Substrat nutzt (z. B. Orchideenerde mit Rindenstücken)
- dein Substrat stark vom Durchschnitt seiner Kategorie abweicht
- dein Substrat schon etwas älter ist
- du schon länger auffällige oder unplausible Werte bei deinem aktuellen Substrattyp beobachtest
Die allgemeinen Kalibrierungskurven funktionieren für die meisten Standardsubstrate bereits gut – die Selbstkalibrierung ist also kein Feature, das du zwingend nutzen musst. Sie ist vielmehr die gezielte Lösung für den Fall, dass die Standardkalibrierung bei deinem individuellen Substrat nachweislich nicht passt.
6. Wie erfährst du, dass eine Selbstkalibrierung für dich sinnvoll sein könnte?
Unser System hat erkannt, dass sich deine Messwerte auffällig verhalten – so oder so ähnlich begegnet dir der Hinweis auf die Selbstkalibrierung in der App. Es erscheint ein Banner oberhalb des Feuchtigkeitsgraphen der betroffenen Pflanze, sobald das System feststellt, dass eine Selbstkalibrierung deine Messwerte voraussichtlich verbessern könnte, weil die allgemeine Kalibrierung für deinen gewählten Substrattyp nicht zu deinem tatsächlichen Substrat zu passen scheint. Zusätzlich zeigt dir die App auf dem Homescreen einen Pflegetipp an, der ebenfalls auf die Möglichkeit der Selbstkalibrierung hinweist.
7. Wann solltest du (erneut) kalibrieren?
Eine (erneute) Kalibrierung ist in folgenden Fällen sinnvoll:
- Wenn du umtopfst bzw. das Substrat wechselst
- Wenn sich die Länge deiner Bodenstäbe ändert, zum Beispiel weil du in einen größeren Topf umtopfst
- Wenn sich deine Messwerte auffällig verhalten
- Wenn deine erste Kalibrierung zu keiner Verbesserung der Messwerte geführt hat und ein Sensordefekt bereits ausgeschlossen wurde
